Rehaklinik Glotterbad im Glottertal
***Anzeige***Post Covid***
Insgesamt verbrachte ich im Herbst 2024 fünf Wochen in der Rehaklinik Glotterbad im Glottertal. Fünf Wochen klingen zunächst nach einer langen Zeit, doch im Klinikalltag entwickelt sich schnell ein ganz eigener Rhythmus. Die Tage waren durch feste Essenszeiten, Gespräche, Anwendungen und kleinere Therapieangebote strukturiert. Gleichzeitig gab es aber auch immer wieder Zeiten, in denen ich mich zurückziehen und zur Ruhe kommen konnte.
Besonders positiv in Erinnerung geblieben sind mir die vielen netten Menschen, die ich während meines Aufenthalts kennenlernen durfte. In einer Reha treffen ganz unterschiedliche Lebensgeschichten aufeinander. Jeder bringt seine eigenen Sorgen, Ängste und Erfahrungen mit. Gerade deshalb entstanden viele ehrliche Gespräche, die mir gutgetan haben.
Manche Kontakte waren eher flüchtig, andere wurden schnell vertrauter. Wir saßen gemeinsam beim Essen, trafen uns zwischendurch auf einen Kaffee oder verbrachten Zeit draußen. Es tat gut, mit Menschen zusammen zu sein, die ebenfalls wussten, wie es sich anfühlt, wenn das Leben plötzlich nicht mehr so funktioniert wie vorher.
Natürlich gab es auch leichtere Momente. Wir haben viel miteinander geredet und trotz der ernsten Themen immer wieder gelacht. Diese Gemeinschaft war für mich ein wichtiger Teil der Reha. Gerade an Tagen, an denen es mir nicht so gut ging, war es hilfreich, nicht allein zu sein.
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Mein Eindruck von der Behandlung
Ich war mit der Hoffnung in die Reha gegangen, dort gezielt Unterstützung für meine Beschwerden durch Post COVID zu bekommen. Leider musste ich recht schnell feststellen, dass dieses Thema im Klinikalltag nur eine eher kleine Rolle spielte.
Der Schwerpunkt lag deutlich stärker auf psychischen und psychosomatischen Problemen. Viele Gespräche und Therapieangebote beschäftigten sich mit Stress, Ängsten, Überforderung und seelischen Belastungen. Diese Themen können natürlich auch bei Post COVID eine Rolle spielen, aber für mich fühlte es sich oft so an, als würden meine körperlichen Beschwerden nicht ausreichend berücksichtigt.
Meine Erschöpfung, die geringe Belastbarkeit und die Notwendigkeit, meine Kräfte sehr genau einzuteilen, waren für mich ganz reale körperliche Grenzen. Ich hatte mir gewünscht, mehr darüber zu erfahren, wie ich mit diesen Einschränkungen im Alltag besser umgehen kann.![]()
Stattdessen hatte ich teilweise das Gefühl, dass sehr viel auf die psychische Ebene geschoben wurde. Das empfand ich als schwierig. Natürlich beeinflusst eine chronische Erkrankung auch die Psyche. Trotzdem ist Post COVID nicht einfach nur eine Folge von Stress oder psychischer Überlastung.
Gerade dieses Verständnis hätte ich mir während der Reha stärker gewünscht.
Zwischen Hoffnung und Ernüchterung
Vor Beginn der Reha hatte ich viele Hoffnungen. Ich dachte, dass ich dort vielleicht neue Behandlungsmöglichkeiten kennenlernen und konkrete Hilfen für meinen Alltag erhalten würde. Einige Angebote taten mir durchaus gut wie die kalten Güsse, das Lavendelbad oder die Heusack-Anwendungen. Die ruhige Umgebung, die Gespräche, kreative Beschäftigungen und kleine Spaziergänge halfen mir dabei, für eine Weile Abstand vom Alltag zu gewinnen.
Trotzdem blieb bei mir das Gefühl, dass die Reha nicht vollständig auf meine eigentlichen Bedürfnisse zugeschnitten war. Für Menschen mit ausgeprägten psychischen oder psychosomatischen Beschwerden mag das Konzept der Klinik gut passen. Für mich als Post-COVID-Betroffene fehlten jedoch gezielte Behandlungen und ein umfassenderes Verständnis für die Erkrankung.
Ich lernte während dieser fünf Wochen vor allem, wie wichtig es ist, selbst auf die eigenen Grenzen zu achten. Auch in einer Klinik muss man manchmal deutlich sagen, wenn etwas zu viel wird oder der Körper eine Pause braucht.
Was mir trotzdem gutgetan hat
Auch wenn die medizinische Behandlung meiner Post-COVID-Beschwerden nicht meinen Erwartungen entsprach, gab es viele Momente, die ich positiv in Erinnerung behalten werde.
Die Begegnungen mit den anderen Patientinnen und Patienten gehörten eindeutig dazu. Manche Gespräche waren tiefgründig, andere einfach nur angenehm und leicht. Gerade diese Mischung war wertvoll.
Auch die Lage der Klinik im Glottertal empfand ich als sehr schön. Die Natur, die Ruhe und die Möglichkeit, nach draußen zu gehen, waren für mich wichtige kleine Auszeiten.![]()
Ich merkte, dass mir nicht immer eine große Anwendung oder Therapie helfen musste. Manchmal waren es ein ruhiger Moment, ein Gespräch oder ein Blick in die Natur, die mir Kraft gaben.
Mein Fazit nach fünf Wochen Reha
Nach fünf Wochen verließ ich die Rehaklinik Glotterbad mit gemischten Gefühlen.
Ich hatte viele nette Menschen kennengelernt, gute Gespräche geführt und einige schöne Momente erlebt. Gleichzeitig war ich enttäuscht, dass meine Post-COVID-Erkrankung bei der Behandlung nur wenig berücksichtigt wurde. Besonders gefielen mir die vielen Ausflüge, über die ich noch gesondert berichten werde.
Der Schwerpunkt lag für mein Empfinden deutlich auf psychischen Problemen. Für mich hätte es jedoch eine stärkere Verbindung zwischen körperlichen Beschwerden, Belastungsgrenzen und psychischer Unterstützung gebraucht.
Trotzdem nehme ich aus dieser Zeit etwas mit: Ich habe gelernt, meine eigenen Bedürfnisse ernster zu nehmen und meine Grenzen deutlicher zu benennen.![]()
Eine Reha kann unterstützen, aber sie kann nicht automatisch alle Probleme lösen. Manchmal zeigt sie einem auch sehr klar, was noch fehlt.
Meine fünf Wochen im Glottertal waren deshalb keine einfache Erfolgsgeschichte. Sie waren eine Mischung aus Hoffnung, Begegnungen, Enttäuschung und kleinen wertvollen Momenten. Genau so möchte ich auch darüber berichten – ehrlich, persönlich und ohne etwas schöner zu machen, als es gewesen ist.