Post COVID: Fünf Wochen an der Uniklinik Erlangen
***Anzeige***Post COVID***
Fünf Wochen an der Uniklinik Erlangen liegen hinter mir. Es war eine intensive Zeit, in der ich viel über Post COVID, meine eigenen Grenzen und den richtigen Umgang mit meiner Kraft gelernt habe. Ein großer Schwerpunkt lag auf dem Pacing. Außerdem wurde mir noch einmal bewusst, wie wichtig es ist, die Signale des Körpers frühzeitig wahrzunehmen.
Auch die psychosomatische Begleitung gehörte zu meinem Aufenthalt. Sie half mir dabei, mit den Belastungen umzugehen, die eine chronische Erkrankung mit sich bringt. Besonders schön war die Gemeinschaft mit den sehr netten Mädels aus meiner Gruppe. Wir konnten uns austauschen und mussten einander vieles gar nicht erst erklären.
Post COVID als chronische, unheilbare Erkrankung
Während der fünf Wochen wurde uns viel über Post COVID erklärt. Wir sprachen darüber, was die Erkrankung im Körper auslösen kann und wie wir im Alltag besser damit umgehen können. Uns wurde sehr deutlich gesagt, dass Post COVID eine chronische, unheilbare Krankheit ist. Als Vergleich wurde unter anderem Diabetes genannt. Auch damit müssen Betroffene dauerhaft leben, auf ihren Körper achten und den Alltag an die Erkrankung anpassen.
Diese Aussage war für mich schwer zu hören. Natürlich hofft man immer, dass es irgendwann eine Behandlung gibt, nach der alles wieder so wird wie früher. Gleichzeitig half mir die offene Erklärung dabei, meine Situation realistischer zu betrachten. Ich muss lernen, mit meinen Kräften anders umzugehen und meine Grenzen ernst zu nehmen. Es bedeutet aber nicht, jede Hoffnung aufzugeben. Es bedeutet für mich, meinen Körper besser zu verstehen und ihm die Ruhe zu geben, die er benötigt. Wenngleich ich weiß, dass das für mich nur schwer vorstell- und umsetzbar ist.
Uniklinik Erlangen: Pacing und die eigene Energie
Ein großer Schwerpunkt in Erlangen war das Pacing. Dabei geht es darum, die vorhandene Energie so einzuteilen, dass es möglichst nicht zu einer starken Überlastung kommt.
Im Alltag fällt mir das oft schwer. Man möchte noch schnell etwas erledigen, obwohl man bereits merkt, dass die Kraft nachlässt. Häufig zeigen sich die Folgen erst später oder sogar am nächsten Tag. Dann kommt die starke Erschöpfung und der Körper braucht viel Zeit, um sich wieder zu stabilisieren.
In der Klinik wurde uns erklärt, dass wir rechtzeitig Pausen einlegen sollen. Ruhen sollte nicht erst dann beginnen, wenn überhaupt nichts mehr geht. Der Körper sendet meistens schon vorher Warnzeichen. Diese Zeichen können bei jedem Menschen etwas anders sein.
Für mich bedeutet Pacing deshalb, genauer auf mich zu achten. Wie fühlt sich mein Körper gerade an? Wird eine Tätigkeit bereits anstrengend? Brauche ich eine Pause, auch wenn ich eigentlich noch weitermachen möchte?
Das rechtzeitige Aufhören muss ich weiterhin üben. Nach fünf Wochen ist es noch nicht automatisch im Alltag angekommen. Ich habe aber besser verstanden, warum diese Pausen notwendig sind.
Psychosomatische Begleitung
Zu meinem Aufenthalt gehörte auch eine psychosomatische Anbindung. Eine lange Erkrankung belastet schließlich den gesamten Alltag. Viele Dinge, die früher selbstverständlich waren, sind plötzlich nicht mehr möglich oder nur noch mit viel Planung zu bewältigen. Dazu kommen Ängste, Sorgen und die ständige Frage, wie es gesundheitlich weitergehen wird. Es tat gut, darüber sprechen zu können und Unterstützung im Umgang mit diesen Belastungen zu bekommen. Die körperlichen Beschwerden wurden dadurch nicht infrage gestellt. Die psychosomatische Begleitung half mir dabei, meine Reaktionen besser zu verstehen und Möglichkeiten kennenzulernen, mit schwierigen Situationen umzugehen. Außerdem liegen bei mir noch Depressionen, PTBS und Angststörungen vor, die hier gleich mit besprochen wurden. Dafür war ich sehr dankbar.
Eine schlimme Nachricht und plötzliche Panikattacke
Während meines Aufenthalts erreichte mich eine schlimme Nachricht. Innerhalb kürzester Zeit geriet ich in Panik und konnte mich selbst kaum noch beruhigen. Eine Schwester bemerkte sofort, wie schlecht es mir ging. Sie blieb bei mir und half mir mit Eiswürfeln dabei, mich wieder im Hier und Jetzt zu orientieren. Durch den starken Kältereiz konnte ich meine Aufmerksamkeit wieder besser auf meinen Körper und den Moment lenken. Nach und nach ließ die starke Anspannung etwas nach.
In dieser Situation war ich sehr dankbar, nicht allein zu sein und direkt Hilfe zu bekommen. Gleichzeitig habe ich eine Möglichkeit kennengelernt, die mir auch in zukünftigen Momenten helfen kann, wenn die Panik plötzlich wieder hochkommt.
Die Gemeinschaft in unserer Gruppe
Sehr positiv in Erinnerung bleiben mir die netten Mädels aus meiner Gruppe. Wenn Menschen ähnliche Einschränkungen erleben, entsteht schnell ein besonderes Verständnis füreinander. Niemand musste sich rechtfertigen, wenn die Kraft fehlte oder eine Pause nötig war. Selbst am Tag auszuruhen oder zu schlafen war hier ohne schlechtes Gewissen möglich – anders als zuhause. Wir konnten offen über unsere Erfahrungen sprechen und uns gegenseitig Mut machen. Trotz der ernsten Themen gab es auch schöne und lustige Momente.
Diese Gemeinschaft hat mir während der fünf Wochen sehr gutgetan. Zu wissen, dass andere ähnliche Schwierigkeiten kennen, nimmt einem ein Stück weit das Gefühl, mit allem allein zu sein.
Weitere acht Wochen in der Uniklinik Erlangen
Zum Ende meines Aufenthalts wurde mir angeraten, noch einmal für acht Wochen die Uniklinik Erlangen aufzusuchen. Acht Wochen sind eine lange Zeit und dieser Gedanke muss sich bei mir erst einmal setzen. Trotzdem verstehe ich, warum mir dieser weitere Aufenthalt empfohlen wurde. Viele Dinge brauchen Zeit. Pacing, der Umgang mit den eigenen Grenzen und die Verarbeitung der gesamten Krankheitsgeschichte lassen sich nicht innerhalb weniger Wochen abschließen.
Die fünf Wochen an der Uniklinik Erlangen haben mir wichtige Impulse gegeben. Nun geht es darum, das Gelernte auch zu Hause umzusetzen. Ich möchte früher auf die Zeichen meines Körpers reagieren, meine Ruhezeiten einhalten und besser auf mich achten.
Das wird sicherlich nicht jeden Tag gleich gut funktionieren. Alte Gewohnheiten lassen sich nicht einfach abschalten. Trotzdem nehme ich aus Erlangen mit, dass jede rechtzeitig eingelegte Pause ein wichtiger Schritt sein kann. Mein Körper zeigt mir, was möglich ist. Ich muss lernen, ihm zuzuhören und nicht auf schlechte Ratschläge oder dumme Kommentare zu antworten.